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Das darf man aber auch keinem erzählen: Draußen ist es eiskalt. Deswegen heizen wir unsere Wohnungen, in die wir dann Schränke stellen, die wir wiederrum abkühlen. Mmhh … Energie sparen sieht anders aus.
Haben wir im Moment also ein paar Tage richtigen Winter und was passiert: Das Ende der Zivilisation ist mal wieder nahe. Es schneit ein bißchen und wird kalt, schon soll das Strom- und Telefonnetz wenigstens partiell ausfallen … können. (Das Wort Hamsterkäufe sollen gefallen sein.) Der Verkehr bricht ja schon zusammen wenn die Straße leicht eingepudert ist. Ok, der Bahn kann man keinen Vorwurf machen, die scheint ja mit jedem Wetter und jeder Jahreszeit und überhaupt generell mit allem etwas überfordert zu sein. Es ist einfach nur noch lächerlich und hochpeinlich.
Damals™ in der Eiszeit, als wir Menschen hier in Europa angekommen waren, sahen so unsere Sommer aus. Es gab Hitzefrei, man lief mit kurzen Ärmeln und Hosen rum. Man lag ungeniert halb- bis ganznackt auf der Höhle und ließ sich den Schnee auf den Bauch fallen. (Ja, auch damals sprach man in Wissenschaftlerkreisen schon angsterfüllt vom Klimawandel, aber egal.
)
Das waren die Sommer, die Rudi Carell meinte, als er sang: »Wann wird es mal wieder richtig Sommer? Ein Sommer, wie er früher einmal war?«
Da heute Nacht endlich Gevatter Winter bei uns Einzug hielt und auch (etwas) Schnee im Gepäck hatte, glaube ich, daß es an der Zeit ist, ihn nach alter Väter Sitte willkommen zu heißen:
When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives.
~Lord Eddard Stark
Fast zweieinhalb Monate sind seit meinem letzten Blogartikel verstrichen!? Kinners, wo ist die Zeit nur hin? Ich muß gestehen, daß diese zweieinhalb Monate nur so an mir vorbeigeschossen sind. Ich kann andererseits nicht sagen, etwas substantielles in den Monaten erledigt zu haben. Auch blogwertes war nicht darunter. (Ok, die Bundestagswahl, aber was gäbe es da zu bloggen, was nicht anderen Ortes schon geschrieben worden wäre?)
Wie auch immer, der Winter ist fast da, (Eigentlich sollte er schon da sein, der alte Schlawiner.) Sonntag ist schon der erste Advent. Ich gelobe Besserung und regelmäßigere Meldungen hierzublog. (Philosophische Frage am Rande: Wie lange muß man eigentlich nicht mehr geblogt haben, um den Status eines Bloggers zu verlieren?)
Der gestrige Schlag-den-Raab-Kandidat wirkte in der Sendung recht überheblich und arrogant. Damit war er weder Liebling des Saalpublikums noch der Twitter-Gemeinde. Ersteres buhte ihn nach seinem Sieg offen aus (das war meiner Meinung nach übertrieben), letztere fühlt sich als etwas besseres und mobbte, was das Zeug hielt. (Stichwort #hassmartin) Ich möchte an dieser Stelle auch nicht verhehlen, daß er auch mir sehr unsympathisch war. (Spätestens nach seiner Reaktion darauf, daß Stefan die USA zu Europameister im Frauenfußball erklärte.)
Nichtsdestoweniger, liebe Twitterer, seid ihr kein bißchen weniger arrogant als Hans-Martin es war, ganz im Gegenteil. So ungern ich es tue, aber FAZ.net haben völlig recht, wenn sie schreiben:
Unklar blieb dabei allerdings, welchen Grund nun ausgerechnet diese Leute haben sollten, sich mit ihrer begeistert zur Schau gestellten Asozialität dem sozial ungeschickten Kandidaten überlegen zu fühlen.
Das Internet scheint eine Erfindung zu sein, von der sich Forken- und Fackelproduzenten wegen fehlender Lobby nicht erholen werden.
Dir, Hans-Martin, möchte ich zum letztlich verdienten Sieg gratulieren, und euch Twitterern möchte ich danken, daß ich mich mal wieder für mein Menschsein schäme.
Sind Menschen, die zuverlässig unzuverlässig sind, zuverlässige oder unzuverlässige Menschen?
Vorgestern abend bin ich über diesen Posterousbeitrag gestolpert, in dem sich jemand beschwert, daß er sich beim Servicecenter der Bahn eine Nummer ziehen müsse. Es sei ja immerhin kein Amt, sondern eben nur ein Servicecenter der Bahn.
Ich weiß, daß Deutsche beim Nummernziehen immer an Ämter denken, weil es die hierzulande allenfalls dort gibt. In Norwegen habe ich das sogar in meinem Aufsatz über kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Norwegen thematisiert. In Norwegen muß man nämlich (fast) überall, wo man in die Verlegenheit kommen könnte warten zu müssen, eine Nummer ziehen: Bei der Rezeption des Studentenwohnheimes, im Studentensekretariat, in der Apotheke und auch am Schalter der Norwegischen Reichsbahn.
Interessanterweise empfinden Deutsche das ganze irrationalerweise eher als Unverschämtheit. Vermutlich eben wegen des Umstandes, daß man sich ans Amt erinnert fühlt und deutsche Ämter einen eher schlechten Ruf in Sachen Kundenfreundlichkeit genießen.
Ich persönlich finde es jedoch eine großartige Einrichtung. Es dürfte inzwischen ja auch hierzulande allgemein bekannt sein, daß man am besten nur eine Schlange hat, die sich erst direkt vor den Schaltern aufteilt. Auf diese Art hat man eine möglichst kurze Wartezeit für alle. Nichts anderes sind die Wartenummern. Mit einem großen Vorteil: Ich muß nicht in der Schlange stehen. Ich kann mich entspannt im Warteraum bewegen oder, je nach zu erwartender Wartezeit, noch etwas anderes erledigen, ohne meinen Platz in der Schlange zu verlieren.
Ich muß gestehen, daß das Kielholen eine gewisse Faszination auf mich ausübt. Um genau zu sein, weniger der Vorgang selber als vielmehr die Frage, wie man auf die Idee kam. Ich persönlich stelle mir den Vorgang dieser Ideenfindung in etwa folgendermaßen vor:
Weiter …
Nach dem letzten Amoklauf geschah, was bisher nach jedem Amoklauf geschehen ist: der Killerspiel-Verbotsreflex schlug zu. Es wurde mal wieder das Verbot sogenannter Killerspiele gefordert. Das stieß natürlich in der Spielergemeinde auf wenig bis keine Gegenliebe. Wirklich interessant war ein anderer Reflex, dessen sich auch die Spielergemeinde in weiten Teilen schuldig machte: dem Schützenverein-Verbotsreflex. Es hatte wirklich etwas von Realsatire mit welcher Arroganz und Unwissenheit von Spielern wie zum Trotze das Verbot von Waffen und Schützenvereinen gefordert wurde und man im selben Atemzug den Spielkritikern jegliche Kompetenz absprach.
Alex hat jetzt dazu einen sehr lesenswerten Beitrag verfaßt. Ich möchte dem jetzt hier auch gar nicht viel hinzufügen (vielleicht irgendwann mal, wenn ich etwas mehr Zeit habe, deren fehlt es mir derzeit doch sehr), nur als weiterer Denkanstoß: Es ist auffällig, wie häufig Menschen (und mich selbst kann und will ich da auch nicht mit Sicherheit ausnehmen) völlig unwissend Dinge aus dem Bauch heraus fordern und behaupten.
Also vielleicht wirklich mal, wenn man keine Ahnung hat, einfach Fresse halten.